Die Handlandung gilt gemeinhin als elegant, schont den Fisch und auch die Nerven des Anglers, der nach dem Versorgen des Fisches gleich weiterangeln kann, anstatt Widerhaken aus den Maschen zu befreien. Außerdem bedeutet der Verzicht auf den Kescher auch, dass man ein sperriges Ausrüstungsteil weniger mit ans Wasser schleppen muss. Und nach dem Angeln muffelt dann auch nix im Kofferraum. Das sind eine Menge Argumente, die gegen den Einsatz eines Keschers sprechen. Und so verzichten viele Barsch-Angler auf eine Landehilfe.
Nachdem ich mir beim Handlanden schon mehrfach Wobblerdrilling in den Zeigefinger operiert habe und reihenweise gute Barsche beim Versuch verloren habe, ihnen ins Maul zu greifen, hat ein Umdenkprozess stattgefunden. Inzwischen bin ich nur noch ohne Kescher am Start, wenn ich ihn vergessen habe. Stattdessen löffleich die Barsche mit meiner Dickbarschkelle ins Boot.
Die habe ich vor ein paar Jahren beim Studieren des Pure Fishing-Kataloges entdeckt. Und zwar sind mir da zwei Match-Kescherköpfe aufgefallen, unter deren Abbildung steht: „Top Neuheit! Matchkescher aus feinsten Gummimaschen. Keine Geruchsbildung. Immer trocken! Löffelform.“ (bzw. „Schaufelform.“)
Mit 45 x 55 cm bzw. 50 x 60 cm genau im Großbarschformat. Und mit einem VK von knapp 20 Euro auch keine wirklich teure Anschaffung. Das Ganze habe ich dann an einen kurzen Kescherstab geschraubt (alternativ tut’s auch ein Bankstick) und schon war die Kelle einsatzbereit.
Seitdem macht sogar das Keschern Spaß. Wir drillen die Fische nun nicht mehr richtig aus, sondern stochern nach amerikanischem Vorbild aktiv nach den Barschen, so dass wir die alten Löwen guten Gewissens wieder frei lassen können. Dabei wirkt sich positiv aus, dass die beiden Netze nicht besonders tief sind und der Wasserwiderstand beim Eintauchen damit gering ist. Man kommt also schnell unter den Fisch und kann ihn blitzschnell landen.
Und die Haken setzen sich nicht im Gummi fest! Außerdem kommt es kaum zu Beschädigungen der Schleimhaut, wie es sowohl bei hekömmlichen Keschern als auch den geknoteten Nylon-Keschern der Fall ist.
Bingo! Besser kann man Barsche nicht landen!

Fazit: Für alle echten Barschfreunde, solche, die gern alle Fische landen wollen und diejenigen, die auf eine Story vom Drilling im Finger verzichten können, eine hervorragende Alternative zur Handlandung, wie ich finde…





